Interview mit Kongresspräsidentin Prasse: Vom 3. bis 6. März 2027 lädt die DGP zu ihrem 67. Jahreskongress nach Köln ein. Kongresspräsidentin Prof. Dr. Antje Prasse spricht über das Motto „Frauen voran – Neue Perspektiven für die Pneumologie von morgen“, wissenschaftliche Impulse und ihre Ideen für den DGP-Kongress 2027.
Frau Prof. Prasse, die Abstract-Einreichung ist eröffnet. Was bedeutet dieser Moment für Sie?
Mit den eingereichten Abstracts beginnt der Kongress für mich erst richtig. Wir sind eine wissenschaftliche Fachgesellschaft – und genau das soll sich auch im Kongressprogramm widerspiegeln. Die Abstracts zeigen, welche Themen die Pneumologie bewegen, wo neue Erkenntnisse entstehen und welche Entwicklungen die Patientenversorgung künftig prägen werden. Genau darauf freue ich mich jedes Jahr aufs Neue.
Ihr Kongress steht unter dem Motto „Frauen voran – Neue Perspektiven für die Pneumologie von morgen“. Warum haben Sie dieses Thema gewählt?
Natürlich spielt es eine Rolle, dass ich die erste Kongresspräsidentin der DGP bin. Mir geht es aber vor allem darum, neue Perspektiven für unser Fach sichtbar zu machen – in der Wissenschaft ebenso wie in der klinischen Versorgung. Unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen bereichern unser Fachgebiet. Deshalb möchten wir darüber diskutieren, wie wir die Pneumologie gemeinsam weiterentwickeln und für die Zukunft aufstellen.
Spiegelt sich dieser Gedanke im wissenschaftlichen Programm wider?
Wir greifen das Thema sogar aus verschiedenen Blickwinkeln auf. So beschäftigen sich zwei Symposien mit Frauen in Führungspositionen sowie mit geschlechterspezifischen Unterschieden in Diagnostik und Therapie. Gleichzeitig geht es aber auch um neue wissenschaftliche Perspektiven – etwa an den Schnittstellen zwischen Pneumologie und Rheumatologie, um aktuelle Entwicklungen zur Sarkoidose oder um gemeinsame Krankheitsmechanismen bei IPF, COPD und Lungenkarzinom. Unser Anspruch ist es, translationale Forschung und klinische Praxis eng miteinander zu verbinden.
Ein besonderer Höhepunkt wird die Keynote Lecture von BioNTech-Mitgründerin Özlem Türeci sein…
…Oh ja! Über die Zusage von ihr freue ich mich ganz besonders. Özlem Türeci wird nicht nur als international renommierte Wissenschaftlerin sprechen, sondern sehr persönlich über ihren Weg im Wissenschaftsbetrieb berichten. Ihre Erfahrungen zeigen eindrucksvoll, wie wissenschaftliche Neugier, Ausdauer und der Mut, neue Wege zu gehen, Innovation möglich machen. Ich bin überzeugt, dass dieser Vortrag viele Kolleginnen und Kollegen inspirieren wird.
Was wünschen Sie sich, wenn der DGP-Kongress im März 2027 seine Türen öffnet?
Gute Forschung lebt vom Austausch unterschiedlicher Ideen und Erfahrungen – genau dafür schaffen wir in Köln den passenden Rahmen. Ich wünsche mir einen Kongress, der wissenschaftliche Impulse setzt und Menschen miteinander ins Gespräch bringt! Wer den DGP-Kongress besucht, wird neue wissenschaftliche Erkenntnisse mitnehmen, spannende Diskussionen erleben und viele Anregungen für die eigene tägliche Arbeit erhalten. Köln wird im März 2027 wieder Treffpunkt der gesamten pneumologischen Gemeinschaft werden.