Keynote Lectures
Hochkarätig besetzte 'Keynotes' sind mitlerweile fester Bestandteil der DGP-Kongresse. Sie nehmen eine weite, interdisziplinäre Perspektive ein und bieten neue Impulse – vom Kongressdonnerstag bis -samstag, jeweils zum Tagesauftakt.
Donnerstag, 8:00 Uhr
Prof. Dr. Erika von Mutius
Direktorin des Environmental Health Centers und
des Instituts für Asthma- und Allergieprävention am Helmholtz Munich
Die Natur lehrt uns
Professor Erika von Mutius machte schon vor Jahrzehnten die überraschende Entdeckung, dass Kinder, die auf einem traditionellen Bauernhof mit Milchwirtschaft aufwachsen, später wesentlich weniger Asthma und Allergien entwickeln als Kinder in keimarmen Umgebungen. „Die Natur lehrt uns, wie wir uns vor Asthma und Allergien schützen können“, sagt sie. In etlichen Studien hat sie die Wirkmechanismen untersucht – ihre neuesten, mit Spannung erwarteten Erkenntnisse dazu präsentiert sie in ihrer Keynote.
„Wir haben nun in kombinierten epidemiologischen und experimentellen Studien die Wirkmechanismen dieser immunologischen Toleranz entziffert“, sagt Erika von Mutius. Aber das ist nicht alles, ihre Zuhörer dürfen sich auf noch mehr Neuigkeiten freuen: „Zudem haben wir herausgefunden, welche Komponenten im bäuerlichen Umfeld für diesen Schutz verantwortlich sind. Diese Erkenntnisse bahnen neue Wege zur Entwicklung von neuen therapeutischen und präventiven Ansätzen.“
Ein Auszug aus unserem Newsletter DGP aktuell.
zur Person
Prof. Dr. med. Erika von Mutius ist Direktorin des Environmental Health Centers sowie Direktorin des Instituts für Asthma- und Allergieprävention am Helmholtz Munich.
Sie wurde 2023 mit dem Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst des Freistaates Bayerns ausgezeichnet und ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.
Erika von Mutius studierte Medizin an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität und ging im Jahr 2000 an die Harvard School of Public Health, wo sie ihren Master of Science im Bereich Epidemiologie abschloss. Vier Jahre später wurde sie zur Professorin für Pädiatrische Allergologie an der LMU München ernannt. Von 1993 bis 2023 war sie Oberärztin und Leiterin der Asthma- und Allergieambulanz des Dr. von Haunerschen Kinderspitals des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München.
Erika von Mutius ist Preisträgerin des Gottfried Wilhelm Leibniz Preises und des Balzan Preises und war 12 Jahre lang Mitglied im Editorial Board des New England Journal of Medicine.
Foto: privat
Freitag, 8:00 Uhr
Prof. Dr. Hendrik Streeck
Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen
Prävention als Leitlinie der Tabak- und Nikotinpolitik
Jährlich sterben in Deutschland rund 131.000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum, viele weitere erkranken. Die direkten Gesundheitskosten werden auf mehr als 30 Milliarden Euro und die volkswirtschaftlichen Folgenkosten auf fast 70 Milliarden Euro geschätzt. Vor allem Kinder und Jugendliche gilt es zu schützen. „Wenn nikotinhaltige Produkte mit süßen Aromen und bunten Designs wie Bonbons vermarktet werden, ist das keine Freiheit, sondern eine Anfix-Strategie“, so Professor Hendrik Streeck. „Darum brauchen wir strengere Regeln bei Aromen und Verkauf – und konsequente Kontrollen, auch online!“ In seiner mit Spannung erwarteten Keynote am 20. März um 8 Uhr wird er konkret darlegen, wie Prävention als Leitlinie der Tabak- und Nikotinpolitik gezielt gestaltet werden kann.
Das Verbot von einigen gesundheitsschädlichen Aroma- und Kühlstoffen in E-Zigaretten sei ein wichtiger Schritt, aber er reiche laut Streeck nicht aus. Länder wie zum Beispiel die Niederlande oder Dänemark verbieten charakteristische Geschmacksrichtungen in Tabakerzeugnissen weitgehend. „Diesen Ansatz sollten wir auch in Deutschland ernsthaft prüfen“, fordert Streeck. Ebenso fordert er deutlich bessere Kontrollen von illegalem Import und Vertrieb sowie stärkeres Durchgreifen der Gewerbeaufsicht bei Verstößen. Auch höhere Tabaksteuern könnten seiner Meinung nach ein wirksames Instrument sein: „Wenn wir einen Teil der Mehreinnahmen gezielt in Prävention und Rauchentwöhnung investieren, ist das ein Gewinn für alle: Wer aufhören will, soll es auch schaffen – mit Beratung, Medikamenten und echten Angeboten."
Aus Termingründen wird Hendrick Streeck für die Keynote live per Videoschalte in den Saal 14a übertragen. Im Anschluss an seinen Vortrag besteht auch die Zeit für Fragen und Austausch mit dem Redner.
Ein Auszug aus unserem Newsletter DGP aktuell.
zur Person
Prof. Dr. Hendrik Streeck wurde am 28. Mai 2025 zum Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen ernannt.
Hendrik Streeck ist seit der 21. Wahlperiode Mitglied des Deutschen Bundestags und ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung.
Hendrik Streeck ist Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn. Er begann seine medizinische Laufbahn an der Charité in Berlin und promovierte an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Nach einem Postdoctoral Fellowship an der Harvard Medical School wurde er Assistenzprofessor am Ragon Institute of MGH, MIT und Harvard. 2012 wurde er Leiter der Abteilung für zelluläre Immunologie am US Military HIV Research Program sowie Assistenzprofessor für Emerging Diseases an der UHS Universität und adjunct faculty an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health.
Er ist Mitglied der Deutschen Ärztekammer, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft ambulant tätiger Ärztinnen und Ärzte für Infektionskrankheiten und HIV-Medizin (dagnä), der Gesellschaft für Virologie (GfV), des Deutschen Hochschulverbands (DHV), der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI), des Rotary Clubs, der Bürger für Beethoven, der Europäischen Akademie der Wissenschaft und Künste und ist Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen AIDS-Stiftung. Streeck trägt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
Foto: David Peters
Samstag, 8:00 Uhr
Prof. Dr. Matthias Volkenandt
Vorträge, Seminare und Fortbildung für Mediziner und medizinnahe Berufe
Kommunikation mit Patientinnen/Patienten und Angehörigen – gute Gespräche dauern nicht länger als schlechte Gespräche?
Eine gelungene Arzt-Patienten-Kommunikation ist zentral für Vertrauen, Therapieadhärenz und Behandlungserfolg. Verständliche Sprache, aktives Zuhören und Raum für Fragen stärken die gemeinsame Entscheidungsfindung und verbessern nachweislich die Versorgungsqualität. Auch Körpersprache spielt eine entscheidende Rolle. „Kommunikation ist damit kein ‚Soft Skill‘“, betont der Mediziner und Theologe Prof. Matthias Volkenandt. „Nein, das gemeinsame Gespräch ist ein wesentlicher Bestandteil guter Medizin!“ Und so widmet er seine Keynote am Samstagmorgen der Frage, ob gute Gespräche länger dauern als schlechte Gespräche. Ein wirklicher Grund, früh aufzustehen!
Denn Prof. Dr. med. Dipl. Theol. Matthias Volkenandt verfügt durch seine Ausbildung sowie verschiedene berufliche Tätigkeiten in der Medizin über umfangreiche Erfahrungen in der Kommunikation mit Patientinnen und Patienten, Angehörigen, Kolleginnen und Kollegen und anderen Mitarbeitenden. Er kennt den Kloß im Hals bei der Überbringung schlechter Nachrichten, wie auch den ewigen Konflikt zwischen dem Faktor Zeit und der zwingenden Aufklärung, nicht zu vergessen den Sprachbarrieren und möglichen Missverständnissen…
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zur Person
Prof. Dr. med. Dipl. Theol. Matthias Volkenandt war nach seinem Studium der Medizin und Theologie zunächst zwei Jahre als Arzt an der Medizinischen Klinik des Tumorzentrums der Universität Münster tätig. Es folgte eine dreijährige medizinisch-wissenschaftliche Ausbildung am Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland und der Facharztausbildung zum Dermatologen war er mehr als zehn Jahre Leiter der Abteilung für Dermato-Onkologie der Hautklinik der Ludwig-Maximilians Universität München. Seit 2010 ist er freiberuflich tätig, zunächst als Partner am Dermatologikum in Hamburg, sowie derzeit im Bereich von Fortbildungen für Mediziner und andere medizin-nahe Berufe. Zur Verbesserung der Kommunikationskultur in der Medizin führt er bundesweit Fortbildungen und Seminare durch.
Foto: privat
Frühere Keynotes und Festvorträge
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