Lungenkrebs-Früherkennung
Lungenkrebs früher erkennen und Leben retten
Die Lungenkrebs-Früherkennung (Lungenkrebs-Screening) kann viele Leben retten. Denn Lungenkrebs gehört zu den häufigsten und tödlichsten Krebserkrankungen und wird meist zu spät diagnostiziert.
Am 1. April 2026 ist in Deutschland eine GKV-finanzierte Screening-Maßnahme für Raucherinnen und Raucher mit hohem Lungenkrebsrisiko gestartet.
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Stand in Europa
In vielen europäischen Ländern wird das Lungenkrebs-Screening bereits erprobt oder ist schon eingeführt:
- In rund 20 EU-Ländern laufen Pilotprogramme.
- Länder wie Kroatien, Tschechien und Großbritannien haben bereits nationale Programme.
- In weiteren Staaten befindet es sich im Aufbau.
Das zeigt: Die Früherkennung ist in Europa auf dem Vormarsch.
Situation in Deutschland
Die DGP setzt sich seit 2011 für die Lungenkrebsfrüherkennung ein. Denn dass eine frühzeitige Erkennung der Tumorerkrankung mittels moderner Niedrigdosis-CT die Heilungsaussichten verbessert und Leben retten kann, ist inzwischen durch eine Reihe wissenschaftlicher Studien belegt.
Daher unterstützt die DGP ein strukturiertes Programm zur Lungenkrebs-Früherkennung mit Untersuchungen per Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) auf Bundesebene für ehemalige und aktive starke Raucherinnen und Raucher. Die Maßnahme wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und ist mit dem Angebot einer professionellen Tabakentwöhnung verknüpft.
Endlich sind wir auch in Deutschland einen großen Schritt weitergekommen:
- Bisher gibt es Programme für besonders gefährdete Gruppen, z. B. für ehemals asbestexponierte Beschäftigte durch die DGUV.
- Seit April 2026 gibt es nun eine GKV-finanzierte Früherkennung mittels Niedrig-Dosis-CT für Menschen mit erhöhtem Risiko durch Rauchen.
- Der G-BA hat für die erste Phase klare Strukturen vorgegeben. Mit der ab 2028 erwarteten EU-Leitlinie werden diese weiterentwickelt werden.
- Zentrales Element ist die enge Zusammenarbeit zwischen radiologischen Screening-Einheiten und spezialisierten Lungenkrebszentren.
Wichtige allgemeine Informationen zur Lungenkrebsfrüherkennung:
1. Grundlegende Studien:
- HANSE-Studie (2025 beendet): Publikation und Website
- NELSON-Studie (2020 abgeschlossen): Publikation
- LUSI-Studie (2019 abgeschlossen): Publikation und Website
- NLST-Studie (2011 abgeschlossen): Publikation
2. Aktuelle Positionspapiere und Statements der DGP und der ERS:
2025 Whitepaper zu Identifikation, Information und Eignungsprüfung von potenziellen Teilnehmern an der Lungenkrebsfrüherkennung in Deutschland
In Deutschland steht die nationale Einführung der Lungenkrebsfrüherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomografie (LDCT) kurz bevor. Im Gegensatz zu anderen Krebs- Screening-Programmen verfolgt das Lungenkrebs-Screening einen risikobasierten Ansatz und richtet sich speziell an starke (inklusive ehemalige) Raucher im Alter von 50– 75 Jahren. Nach mehrjähriger Pilotphase und regulatorischer Vorbereitung hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Juni 2025 beschlossen, dieses Programm als kassenärztliche Regelleistung ab 2026 einzuführen.
Die Evidenzlage aus großen internationalen Studien zeigt eine signifikante Reduktion der Lungenkrebsmortalität um etwa 20 %. Jedoch bestehen auch Risiken wie Überdiagnosen, unnötige invasive Eingriffe bei falsch-positiven Befunden, Folgekarzinome durch Strahlenexposition und psychische Belastung.
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die strukturierte Einbindung qualifizierter Ärzte zur Identifikation, Information und ärztlichen Prüfung der Eignung potenzieller Teilnehmer. Hierfür wurden Fachärzte in fortgeschrittener Weiterbildung der Bereiche Allgemeinmedizin, Arbeitsmedizin und Inneren Medizin nach entsprechender Qualifizierung legitimiert. Dies schließt Pneumologen mit ein, die sicherlich die engsten Berührungspunkte mit der Risikogruppe der Rauchenden haben.
Dieses Whitepaper bietet praxisnahe Informationen und Materialien zur Mitwirkung an der Lungenkrebsfrüherkennung. Es hebt die Relevanz einer engagierten interdisziplinären Zusammenarbeit hervor, um ab sofort bei möglichst vielen Patienten Lungenkarzinome frühzeitig und damit potenziell heilbar zu entdecken.
Torsten Gerriet Blum et al. 2026 in: Pneumologie 80:5, 375-384, DOI: 10.1055/a-2697-6434.
2023 Positionspapier zur Implementierung eines nationalen organisierten Programms in Deutschland zur Früherkennung von Lungenkrebs in Risikopopulationen mittels Low-dose-CT-Screening inklusive Management von abklärungsbedürftigen Screeningbefunden (DGP, DRG, DGT)
Der Prozess zur Implementierung der Lungenkrebsfrüherkennung mit Niedrigdosis-CT (LDCT) in Deutschland hat in den letzten Jahren deutlich an Dynamik gewonnen. Es wird erwartet, dass der von den Fachgesellschaften kommentierte Referentenentwurf des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) zur Lungenkrebsfrüherkennung noch bis Ende 2023 in Kraft tritt. Basierend auf dieser Verordnung wird der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zeitnah ein Programm zur Lungenkrebsfrüherkennung mit LDCT aufsetzten. In diesem Positionspapier stellen die im Lungenkrebs-Screening beteiligten Fachgesellschaften erstmals konkrete Eckpunkte für ein einheitliches, strukturiertes und qualitätsgesichertes Früherkennungsprogramm für Lungenkrebs in Deutschland vor, um zu diesem Prozess konstruktiv beizutragen.
2020 ESR/ERS statement paper on lung cancer screening
In Europe, lung cancer ranks third among the most common cancers, remaining the biggest killer. Since the publication of the first European Society of Radiology and European Respiratory Society joint white paper on lung cancer screening (LCS) in 2015, many new findings have been published and discussions have increased considerably. Thus, this updated expert opinion represents a narrative, non-systematic review of the evidence from LCS trials and description of the current practice of LCS as well as aspects that have not received adequate attention until now. Reaching out to the potential participants (persons at high risk), optimal communication and shared decision-making will be key starting points. Furthermore, standards for infrastructure, pathways and quality assurance are pivotal, including promoting tobacco cessation, benefits and harms, overdiagnosis, quality, minimum radiation exposure, definition of management of positive screen results and incidental findings linked to respective actions as well as cost-effectiveness. This requires a multidisciplinary team with experts from pulmonology and radiology as well as thoracic oncologists, thoracic surgeons, pathologists, family doctors, patient representatives and others. The ESR and ERS agree that Europe's health systems need to adapt to allow citizens to benefit from organised pathways, rather than unsupervised initiatives, to allow early diagnosis of lung cancer and reduce the mortality rate. Now is the time to set up and conduct demonstration programmes focusing, among other points, on methodology, standardisation, tobacco cessation, education on healthy lifestyle, cost-effectiveness and a central registry.
2019 Positionspapier der Deutschen Röntgengesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zu einem qualitätsgesicherten Früherkennungsprogramm des Lungenkarzinoms mittels Niedrigdosis-CT
Seit dem letzten gemeinsamen Positionspapier der Deutschen Röntgengesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin im Jahr 2011 hat sich die Datenlage zur Lungenkrebsfrüherkennung mit Niedrigdosis-CT deutlich erweitert und in der 2018 revidierten S3-Leitlinie Lungenkarzinom wird eine schwache Empfehlung zur Lungenkrebsfrüherkennung mit Niedrigdosis-CT in einem qualitätsgesicherten Früherkennungsprogramm ausgesprochen. Diese neuen Entwicklungen erforderten eine Neupositionierung der beteiligten Fachgesellschaften. Das vorliegende Positionspapier beschreibt Grundzüge eines qualitätsgesicherten Früherkennungsprogramms für Lungenkrebs in Deutschland.
3. Rechtsgrundlagen:
Bestandteile und Ablauf des Screenings
Ein funktionierendes Screening-Programm beinhaltet mehrere Elemente:
- Qualifizierte Erstberatende Ärztinnen und Ärzte zur Auswahl geeigneter Teilnehmer, nämlich Hausärzte, Internisten oder Arbeitsmediziner.
- Qualifizierte Radiologinnen und Radiologen zur Durchführung und Auswertung der Niedrig-Dosis-CTs (mit KI-Unterstützung und Zweitbefundung).
- Auf die Behandlung von Lungenkrebs spezialisierte Zentren für die weitere Abklärung.
- Wichtig: Die Tabakentwöhnung ist ein integraler Bestandteil – nicht nur eine Ergänzung.
Quelle: G-BA
Nächste Schritte
Zukünftig soll das Screening weiterentwickelt werden. Dafür arbeiten wir an:
- Ausbau der Strukturen
- besserer Definition der Risikogruppen
- Ansprache schwer erreichbarer Bevölkerungsgruppen
- Qualitätssicherung und Standardisierung
- wissenschaftlicher Begleitung
- sinnvoller Integration neuer Technologien (z.B. KI).